Predigt Priesterweihetag 2013, am Fest Peter und Paul

Liebe Freunde,

Jede menschliche Gruppierung – das ist ja bekannt- gründet sich in der Regel auf die STÄRKE ihrer Führer. Diejenige Person steht an der Spitze, die durch ihren Einfluss ihrer MACHT möglichst viele Menschen unter ihrem Befehl vereinigt. Kraftvolle, machtbewusste, klug planende und oft genug auch die Menschen gegeneinander ausspielendende Persönlichkeiten sind es, die hier agieren. In der Welt, aber – auch das gibt es- und in den Kirchen.

Doch dem entgegen steht die Frage Jesu an Petrus. Nicht etwa die Frage nach Talent und Fähigkeiten, sondern die Frage nach der LIEBE.

Jesus sagt demnach also nichts anderes, dass in der Kirche nur derjenige sich in einer Leitungsfunktion angemessen versteh`n darf, der sich durch LIEBE auszeichnet. Diese LIEBE ist demnach das Einzige, das unter den Glaubenden MACHT haben darf über die Menschen. Ist das jetzt utopisch? Für manche Menschen sicherlich…Denn ihnen geht es eigentlich um etwas anderes.

„Liebst du mich mehr als diese?“ Diese Frage lässt aufhorchen, denn sie steht im Umfeld von Konkurrenz und Vergleich. Man kann fragen und vergleichen, wer besser oder erfolgreicher ist, wer seine Interessen und Strategien besser verwirklichen kann – aber kann man das im Bereich der LIEBE auch?

Kann jemand sagen: „Ich liebe mehr als ein anderer?“

Bringt das nicht die Liebe in ihrem Wesen gegen sich auf, wenn man derlei Vergleiche zieht? Ich denke, es geht Jesus am Ende gar nicht darum, ob Petrus MEHR liebt, sondern schlicht und einfach darum, ob er überhaupt versteht, WAS Liebe ist!

Unsere deutsche Sprache, die so vielfältig ist, ist doch recht armselig, wenn sie menschliche Gefühle in das kleine Wort „Liebe“ presst. Wir können differenzieren, ob wir jemanden „gern“ haben oder jemanden „lieben.“ Das ist es aber schon.

Die griechische Sprache, in der uns das Neue Testament überliefert wurde, ist hier anders. Hier wird unterschieden zwischen AGAPE, der christlichen Liebe des Umganges miteinander oder der PHILIA, der freundschaftlichen Liebe zwischen 2 Menschen. Wonach Jesus fragt, ist die Liebe des rechten UMGANGES, die Agape, lateinisch CARITAS.

Nach dieser Liebe des Umganges also fragt Jesus den Petrus 2 Mal. Und er antwortet mit der FREUNDSCHAFTSLIEBE. Vielleicht könnte man die Antwort des Petrus salopp folgendermaßen artikulieren: „Herr, ich habe keine Garantie dafür, dass ich alles richtig mache, aber ich bin mir meiner Gefühle dir gegenüber bewusst- und du schaust in mein Herz und weißt, dass ich dein Freund sein möchte.“ Eine gute Antwort.

Und doch scheint sich Jesus damit nicht zufriedne zu geben . Seltsamerweise fragt er Petrus 3 Mal. Dieses Fragen macht Petrus unsicher und traurig. Und doch sagt uns dieses Fragen viel über Jesus und darüber aus, welche Vorstellungen er von der Gemeinschaft der Glaubenden hat.

Sollen doch im Rahmen der POLITIK die Selbstbewussten und Starken das sagen haben – in der KIRCHE sollen es die Vorsichtigen, die Geduldigen, die Behutsamen sein.

Ist das – und hier wiederhole ich mich – eine UTOPIE?

Ja, es ist eine traurige Tatsache, dass die Geschichte der christlichen Kirche voll ist vom Gegenteil und dass es eine Entwicklung gab, die sich kaum auf Jesus zurückführen lässt.

Mit der Berufung auf die STELLVERTRETERSCHAFT des PETRUS wurde schon im 11. Jhd. unter Papst Gregor VII. der Anspruch auf WAHRHEIT verbunden, später wurde er weitergeführt und endete 1870 mit der Verkündigung der beiden Dogmen von der Unfehlbarkeit und dem Allprimat des römischen Bischofs. Im Jahr 2013 sind es nun bereits 142 Jahre, seit dies passiert ist.

Und wie ist man mit den Konzilsgegnern umgegangen? Zentralismus, kirchliche Macht und Gewalt sind vielerorts Grundlage der Kirche geworden. Nicht nur in der römischen Kirche.

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